Das Musikfest in Buchholz hat am Samstagabend viele Besucher in die Westerwaldgemeinde gelockt. Die meisten kamen wegen Volksmusikstar Stefanie Hertel, die das Publikum im voll besetzten Zelt mit auf Schlagerzeitreise nahm. Der Abend war familiär angehaucht, denn an der Seite der gebürtigen Vogtländerin trat ihr Vater Eberhard Hertel auf. Die Hertels ließen mit kleinen Geschichten in die Familie blicken und gaben der Show eine persönliche Note. Die Zuschauer erlebten auch das Otti-Bauer-Orchester, das das Duo musikalisch begleitete. Temperament zeigte außerdem der englische Sänger Graham Bonney, der in der „Musikmanege“ seine Hits zum Besten gab und das Publikum mitriss.

Das von Freitag bis einschließlich Sonntag dauernde Musikfest mit kölscher Partynacht, Schlagerzeitreise und dem 25. Europaweiten Buchholz-Treffen hat die KG „So sind wir“ Buchholz organisiert, die in diesem Jahr ihr 111-jähriges Vereinsbestehen feiert. „Unser Ehrenmitglied Emil Klostermann hat keine Mühen gescheut, für heute Abend auch die ehemaligen und amtierenden Buchholzer Tollitäten hier zusammenzubringen“, freute sich Vereinsvorsitzende Monika Wilsberg. Sie bedankte sich bei Helfern, Freunden und Förderern des Musikfestes und kündigte die Stars des Abends an.

„Ich kann es gar nicht glauben – 111 Jahre Karnevalsgesellschaft. So seht ihr aber gar nicht aus“, scherzte Stefanie Hertel, als sie im Dirndl auf die Bühne trat. „Ich weiß, dass Rheinländer richtig feiern können. Deshalb wird heute Abend statt im Halb-Play-back jeder Ton live gespielt“, sagte die 38-Jährige und wies auf die 26-jährige Freundschaft mit Otti Bauer und auf den befreundeten Thomas Koch hin, der aufgrund des Verkehrsunfalls des Tontechnik-Lkw am Vortag für den eigentlichen Mann am Mischpult einsprang. Dann ließ sie ihre größten Hits erklingen: „Biskaya“, „Runter vom Sofa“, „Über jedes Bacherl geht a Brückerl“ und viele andere Lieder, bei denen das Publikum klatschte und mitsang.

Im Lauf des Abends trat Eberhard Hertel an die Seite seiner Tochter, und gemeinsam heizten sie die Stimmung mit „Deine Heimat will ich sein“ und weiteren Ohrwürmern an. Es gab mitreißende, aber auch gefühlsbetonte Momente. Das Lied „Ich will dich wieder lachen sehen“ widmeten sie der im Publikum sitzenden Witwe von Erich Becht, einem befreundeten und im vergangenen Jahr verstorbenen Musiker und Komponisten aus Buchholz. „Erich schrieb mir viele Lieder auf den Leib“, berichtete Eberhard Hertel und bot einige von diesen dar. Er erzählte auch von seinen Kindern und Enkeln, die ihn regelmäßig besuchten. „Das, was ich meinen Enkeln vorsinge, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten“, sagte der Vogtländer und begeistere mit „Kleine Fische werden groß“.

Im zweiten Teil der Schlagerzeitreise trat auch Graham Bonney auf. Bei seinen berühmten Songs wie „Supergirl“, „Siebenmeilenstiefel“, „Wähle 3-3-3“ kamen viele Erinnerungen hoch.

Die Zuhörer waren vom ganzen Abend begeistert. „Ich bin Stefanie-Hertel-Fan. Als eine Freundin mich auf das Musikfest aufmerksam machte, war für mich klar, dass ich mit ihr dahin gehe“, freute sich Elke Windscheidt aus Eudenbach, die Sängerin einmal live erleben zu können. Das Duo Hertel hatte am Abend auch ein Medley mit Stücken von Peter Alexander, Katharina Valente und Vico Torriani gesungen. „Mit diesen Liedern sind wir groß geworden. Die Sänger und auch das Otti-Bauer-Orchester sind super. Wir finden es toll, dass mit der Schlagerzeitreise auch den Älteren etwas geboten wird und dass die KG das Musikfest möglich gemacht hat“, sagten Uli und Rita Hecken aus Buchholz.

Foto: Simone Schwamborn
Text: Rhein-Zeitung